THALASSOPHOBIA

140×100 cm – 2024 – WILD SKETCHES – Tiermotiv

THALASSOPHOBIA

Bei „THALASSOPHOBIA“ interessierte mich die Unsicherheit, die entsteht, wenn unter der Wasseroberfläche etwas auftaucht, das größer und schneller ist als man selbst. Der Weiße Hai kommt frontal aus dem tiefblauen Bildraum. Seine schwarze Form gibt ihm Gewicht, während weiße Acrylmarkerlinien Bewegung, Licht und Wasser nur andeuten.

 

Ausgangspunkt war die widersprüchliche Reaktion meines Bruders auf Haie: Er findet sie faszinierend und hat zugleich großen Respekt vor dem offenen Meer. Genau zwischen Anziehung und Unbehagen sollte das Bild bleiben. Das handsignierte Original entstand 2024 mit Acrylfarbe und Acrylmarkern auf Leinwand und gehört zu meiner Serie WILD SKETCHES.

Ein Weißer Hai schwimmt aus tiefblauem Wasser direkt auf den Betrachter zu. „THALASSOPHOBIA“ verbindet eine schwarze Haisilhouette mit weißen, skizzenhaften Linien und einer reduzierten Andeutung von Licht und Wasser. Das 140 × 100 cm große Unikat von 2024 gehört zur Serie WILD SKETCHES.

2.700,00 €

  • 3 kg
  • Dieses Original/Unikat ist noch verfügbar – weltweit nur dieses eine Exemplar.
  • Versand in der Regel innerhalb einer Woche nach Zahlungseingang1

Über das Werk

Der Titel „THALASSOPHOBIA“ bezeichnet die Angst vor dem Meer, besonders vor seiner Tiefe, Weite und dem, was sich unter der sichtbaren Oberfläche verbergen könnte. Genau dieses Gefühl war für mich wichtiger als eine klassische dramatische Haiszene. Man sieht den Weißen Hai frontal, aber der umgebende Raum bleibt offen und schwer einzuschätzen.

Die Idee entstand auch durch meinen Bruder. Haie faszinieren ihn, gleichzeitig würde er wegen ihnen nur sehr ungern im offenen Meer schwimmen. Diese Reaktion fand ich interessant, weil sie nicht eindeutig ist. Das Tier zieht den Blick an und löst zugleich den Wunsch nach Abstand aus. Im Bild wollte ich weder nur Faszination noch nur Bedrohung festlegen.

Der Hai schwimmt direkt auf den Betrachter zu. Dadurch lässt sich seine Bewegung nicht bequem von der Seite beobachten. Man befindet sich gedanklich in seiner Bahn und muss selbst entscheiden, ob die ruhige Annäherung gefährlich wirkt oder ob man vor allem ein Tier in seinem natürlichen Lebensraum sieht.

Entstehung und Technik

Ursprünglich wollte ich den Hai ähnlich wie bei meinem Werk „HIDDEN GLOW“ nur mit weißen Linien auf den tiefblauen Hintergrund setzen. Während der Arbeit wirkte mir die Fläche jedoch zu leer. Ich ergänzte eine Wasseroberfläche und Lichtstrahlen, merkte aber schnell, dass dadurch zu viel gleichzeitig erzählt wurde. Die Tiefe, die ich suchte, drohte unter den zusätzlichen Elementen zu verschwinden.

Die entscheidende Veränderung war deshalb, den Körper des Hais teilweise schwarz auszufüllen. Die dunkle Form gab ihm mehr Gewicht und ließ ihn aus dem Blau hervortreten. Weiße Acrylmarkerlinien beschreiben Konturen, Bewegung und Lichtreflexe, ohne das Tier vollständig auszuarbeiten. Im Hintergrund deuten einzelne Linien Wasser und räumliche Tiefe an.

Das Bild entstand mit Acrylfarbe und Acrylmarkern auf einer 140 × 100 cm großen Leinwand. Der tiefblaue Grund ist dabei nicht nur Umgebung. Er trägt einen großen Teil der Stimmung: Weite, Kühle und eine Dunkelheit, deren Ausmaß sich nicht erkennen lässt. Schwarz und Weiß bringen den Hai nach vorne, während die offenen Linien die Darstellung bewusst zwischen klarer Figur und schneller Skizze halten.

Besonderheiten

Weiße Haie sind durch Filme und andere Erzählungen stark mit dem Bild des angreifenden Monsters verbunden. Ich wollte diese Wirkung nicht einfach umkehren und aus dem Tier eine harmlose Symbolfigur machen. Ein großer Hai verdient Respekt und Distanz. Trotzdem ist die menschliche Angst nur eine Seite der Beziehung. Haie sind selbst stark durch Fischerei, Beifang und Eingriffe in ihre Lebensräume bedroht.

Für mich liegt die Spannung des Werkes deshalb nicht in einer eindeutigen Botschaft, sondern in einem Rollenwechsel. Im Wasser ist nicht der Hai fehl am Platz, sondern der Mensch. Das Tier muss nichts Spektakuläres tun. Schon seine ruhige Präsenz erinnert daran, wie wenig Kontrolle wir in einer Umgebung haben, die nicht unsere eigene ist.

„THALASSOPHOBIA“ gehört zur Serie WILD SKETCHES. Darin beschäftige ich mich mit Tieren, die schnell auf eine einzige Eigenschaft reduziert werden: gefährlich, hässlich, lästig, niedlich oder harmlos. Beim Weißen Hai beginnt der zweite Blick nicht erst nach der Angst. Er schließt sie mit ein und fragt, was neben ihr noch zu sehen ist.

Beispielansichten im Raum

Digitale Beispielansichten (KI-generierte Mockups), um Größe und Wirkung von diesem Kunstwerk einzuschätzen.
Der Maßstab orientiert sich am angegebenen Werkmaß (siehe Werkdetails); Abweichungen sind möglich. Die Farbdarstellung kann je nach Bildschirm und Raumlicht abweichen.
Maßgeblich sind das Originalwerk und die angegebenen Maße.

Werkansicht