Bildender Künstler · Atelier in Hergenrath
Über mich: Martin Lingens, Künstler aus Aachen
Ich bin 1986 in Aachen geboren und arbeite seit 2014 als freischaffender bildender Künstler. In meinem rund 400 Quadratmeter großen Atelier in Hergenrath entstehen Gemälde, Skulpturen und Mixed-Media-Arbeiten zwischen Figuration, Expressionismus und Abstraktion. Mich interessiert besonders der zweite Blick: der Moment, in dem aus schnellen Linien ein Motiv auftaucht, Distanz die Wahrnehmung verändert oder etwas scheinbar Eindeutiges plötzlich widersprüchlich wird.
Was meine Arbeit prägt
Meine Werkgruppen können technisch sehr verschieden aussehen. Verbunden werden sie weniger durch ein festes Rezept als durch wiederkehrende Fragen nach Wahrnehmung, Nähe, Distanz und der Wirkung von Material.
Viele meiner Arbeiten bewegen sich an der Grenze zwischen klarer Erkennbarkeit und offener Deutung. Ich möchte ein Motiv nicht möglichst glatt wiedergeben. Mich interessiert der Punkt, an dem eine Figur, ein Tier oder eine räumliche Struktur gerade deutlich genug wird, um erkannt zu werden, aber offen genug bleibt, um im Kopf weiterzuarbeiten.
In meiner Serie WILD SKETCHES richte ich den Blick oft auf Tiere, die vorschnell als gefährlich, hässlich oder unsympathisch gelten. Geier, Hyäne, Ratte, Krokodil oder Wespe erscheinen nicht als zoologische Illustration, sondern als Gegenüber mit eigener Präsenz. Schnelle schwarze und weiße Linien treffen dabei auf große, meist einfarbige Flächen.
Andere Arbeiten entstehen aus Architektur, Figuren, geometrischen Ordnungen oder Materialexperimenten. Kräftige Farbe, Kontrast, perspektivische Verschiebung und der Wechsel zwischen Fläche und Raum kehren dennoch immer wieder. Entscheidend ist für mich nicht, ob ein Werk eindeutig abstrakt oder figurativ genannt werden kann, sondern ob es eine eigene Spannung entwickelt.
Der zweite Blick
Manche Motive werden erst mit Abstand deutlich. Andere verändern ihre Wirkung, sobald Linien, Leerstellen und Materialspuren zusammenkommen.
Farbe und Linie
Große Farbflächen geben dem Bild eine klare Grundspannung. Schnelle Linien bringen Bewegung, Brüche und eine bewusst sichtbare Handschrift.
Maßstab und Material
Acryl und Marker prägen viele aktuelle Arbeiten. Je nach Idee kommen Holz, Metall, Beton, Papier, Harz oder dreidimensionale Elemente hinzu.
Wie ich arbeite
Der Prozess beginnt nicht mit der Entscheidung für eine bestimmte Technik. Zuerst kommt eine Beobachtung, ein Widerspruch oder eine Bildidee. Danach suche ich nach der Form, die diese Idee tragen kann.
Die Idee entscheidet, welche Technik sinnvoll ist – nicht umgekehrt.
Motiv und Frage
Am Anfang steht oft ein Motiv, das mehr als eine eindeutige Lesart zulässt. Ich sammle Bilder, Gedanken und formale Möglichkeiten, bevor ich mich auf eine Lösung festlege.
Tests und Entscheidungen
Farben, Linien, Untergründe und Materialien werden ausprobiert. Viele scheinbar spontane Striche beruhen auf genauer Beobachtung und mehreren verworfenen Varianten.
Aufbau und Veränderung
Beim Arbeiten darf sich das Konzept verändern. Übermalungen, Materialspuren und räumliche Eingriffe bleiben sichtbar, wenn sie die Spannung des Werkes stärken.
Ich arbeite häufig parallel an mehreren Projekten. Das ist kein geordnetes Fließband, sondern ein Wechsel zwischen konzentrierten Phasen, Experimenten und Abstand. Gerade große Formate verlangen körperliche Arbeit und zwingen mich dazu, das Werk immer wieder aus verschiedenen Entfernungen zu prüfen.
Mein Weg zur professionellen Kunst
Ich habe keine Kunsthochschule besucht. Vor meiner künstlerischen Laufbahn absolvierte ich eine kaufmännische und betriebswirtschaftliche Ausbildung und arbeitete unter anderem im Immobilienbereich. Planung, Kalkulation und mein Interesse an Architektur stammen aus dieser Zeit und wirken bis heute in meine Projekte hinein.
Gezeichnet, gebaut und experimentiert habe ich schon als Kind. Die Techniken, die ich heute nutze, habe ich mir über viele Jahre autodidaktisch und durch praktische Arbeit erschlossen. In gesundheitlich schwierigen Phasen wurde Kunst für mich außerdem zu einem wichtigen Gegenpol: ein Raum, in dem ich unabhängig arbeiten und Gedanken in eine sichtbare Form bringen konnte.
2014 entschied ich mich, diesen Weg professionell zu verfolgen. Mein kaufmännischer Hintergrund ist dabei kein Gegenstück zur Kunst, sondern hilft mir, große Vorhaben realistisch zu planen und eigenständig umzusetzen.
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1986
Geboren in Aachen Aufgewachsen und bis heute verwurzelt in der Euregio.
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2014
Entscheidung für die freischaffende Kunst Aus der langjährigen eigenen Praxis wird der berufliche Schwerpunkt.
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2020
Atelier in Hergenrath Rund 400 Quadratmeter schaffen Raum für große Werke, Experimente und Ausstellungen.
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2021
Mitgründung von ThePenPack Eine Station des künstlerischen Austauschs. Heute bin ich nicht mehr Mitglied des Kollektivs.
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2023
Start von „Zwischen den Linien“ Ein eigenes Ausstellungskonzept zur Unterstützung neuer und aufstrebender Kunstschaffender.
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Heute
Gemälde, Skulpturen und individuelle Projekte Arbeit an neuen Werkgruppen, Ausstellungen und ausgewählten Auftragsarbeiten.
Mein Atelier in Hergenrath
Das Atelier liegt in Ostbelgien, wenige Minuten von Aachen entfernt. Es ist Arbeitsraum, Werkstatt, Lager, Ausstellungsfläche und Treffpunkt in einem.
Seit 2020 arbeite ich hier auf rund 400 Quadratmetern. Die Größe erlaubt mir, mehrere großformatige Leinwände gleichzeitig aufzubauen, Skulpturen zu entwickeln und Materialien zu testen, ohne jedes Projekt sofort wieder wegräumen zu müssen.
Gleichzeitig nutze ich die Räume für Ausstellungen und persönliche Gespräche. Viele Arbeiten lassen sich im Original deutlich besser beurteilen als auf einem Bildschirm: durch ihre tatsächliche Größe, die Oberflächen, wechselndes Licht und die Distanz, aus der das Motiv sichtbar wird.
Atelierbesuche sind nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Dabei können verfügbare Werke angesehen und Fragen zu Wirkung, Hängung, Transport oder einer möglichen Auftragsarbeit direkt besprochen werden.
Ausstellungen, Aufträge und „Zwischen den Linien“
Kunst entsteht für mich nicht nur im abgeschlossenen Atelier. Ausstellungen, Gespräche und ausgewählte Zusammenarbeit gehören genauso zu meiner Praxis.
Zwischen den Linien
Seit 2023 stelle ich neuen und aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern in meinem Atelier kostenlose Ausstellungsfläche zur Verfügung. Im Mittelpunkt stehen Sichtbarkeit, Begegnung und gemeinsamer Austausch.
Projekt auf Instagram ↗Ausstellungen
Arbeiten von mir sind in eigenen Atelierausstellungen sowie in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen zu sehen. Rückblicke, Fotos und aktuelle Hinweise veröffentliche ich im Blog.
Neuigkeiten und AusstellungenAuftragsarbeiten
Für ausgewählte Aufträge bin ich offen, wenn Thema, Format und künstlerischer Spielraum zu meiner Arbeit passen. Wünsche fließen ein, ohne dass daraus eine bloße Kopie eines vorhandenen Werkes wird.
Auftragsarbeit besprechenKunst im Original erleben
Sie interessieren sich für ein bestimmtes Werk, möchten die Arbeiten im Atelier sehen oder eine eigene Idee besprechen? Ich beantworte Anfragen persönlich und kläre mit Ihnen die nächsten sinnvollen Schritte.
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