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Entstehung von "THE ETERNAL CIRCLE OF CHANGE"

Beim Betrachten des "THE ETERNAL CIRCLE OF CHANGE" zieht ein imposanter Totenkopf unweigerlich die Blicke auf sich. Er ist nicht nur das zentrale Element des Triptychons, sondern auch ein mächtiges Symbol - eine Erinnerung daran, dass Mode ein ständiger Kreislauf von Leben und Tod ist, von Altem, das vergeht, und Neuem, das entsteht.

 

Ein Triptychon ist ein dreiteiliges Kunstwerk, dessen Ursprünge bis in die Antike zurückreichen, aber besonders in der mittelalterlichen und Renaissance-Kunst häufig zu finden ist. Es besteht aus einer zentralen Tafel und zwei kleineren Seitenflügeln, die sich oft wie die Türen eines Schrankes öffnen lassen. In meinem Kunstwerk repräsentiert jedes Panel einen Aspekt der Modebranche - ihre Vergänglichkeit, ihre ständige Erneuerung und ihre Bedeutung für unsere Gesellschaft.

 

Die Erstellung dieses Werks war eine monumentale Aufgabe. Ich begann mit der Erstellung von Schablonen bekannter Modemarken mit meinem 3D-Drucker. Diese dienten als Grundlage für das Design des Totenkopfs. Nach dem ich alle 3 Leinwände in einem Schwarz mit einem ganz leichten dunklen Rotstich eingefärbt hatte, begann ich mit Klebeband die Kontur des Totenkopfs aufzukleben und dann immer wieder die einzelnen Schablonen zu platzieren. In mehreren Durchgängen trug ich dann Acrylfarbe mit der Airbrush auf, einen Prozess, den ich wiederholte, bis die gesamte Fläche des Totenkopfs mit einem lebendigen Muster aus bunten Logos und Marken gefüllt war.

 

Flankiert wird der Totenkopf von zwei Leinwänden, die den Schriftzug "Mode ist tot! - Lang lebe Mode!" tragen. Ebenso wie der Totenkopf bestehen auch die einzelnen Buchstaben aus hunderten bunten Mode Logos.

Dieser Satz ist eine Anspielung auf den historischen Ausruf "Der König ist tot, lang lebe der König!", der verwendet wurde, um die nahtlose Fortsetzung der Monarchie nach dem Tod eines Königs zu bekräftigen. In diesem Kontext verwendet, unterstreicht der Schriftzug die endlose Wiedergeburt der Mode, die sich ständig erneuert und weiterentwickelt - das ewige Rad des Wandels, das in der Modeindustrie nie stillsteht.

Ebenso wie die Mode ist auch dieses Kunstwerk selbst ein Prozess des Wandels. Nach der Fertigstellung des Totenkopfs und der Schriftzüge auf den beiden äußeren Leinwänden widmete ich mich dem Rahmen. Dieser sollte nicht nur ästhetisch ansprechend sein, sondern auch die widersprüchlichen Aspekte der Modewelt repräsentieren.

 

Ich entschied mich für Metallrohre, die ich mit Stacheldraht umwickelte und verschweißte. Der Stacheldraht ist eine harte, abweisende Materie, die Gefahr und Schmerz symbolisiert. (Den ich beim anbringen und späteren aufhängen auch wirklich spürte.) Sie steht im Kontrast zu dem luxuriösen Gold, das ich als nächstes auftrug. Gold ist ein Symbol für Reichtum und Exklusivität, doch ebenso wie der Stacheldraht weist es auf die dunkle Seite der Modewelt hin. Die schillernde Oberfläche versteckt die harte Realität - dass Luxusmode oft auf Kosten von Mensch und Umwelt hergestellt wird.

 

Diese Dialektik von Schönheit und Leid, von Kreativität und Ausbeutung, von Vergänglichkeit und Wiedergeburt, ist es, was mich an der Modewelt fasziniert und was ich in "THE ETERNAL CIRCLE OF CHANGE" zum Ausdruck bringen wollte.

 

Mit seiner gesamt Größe von 340 cm x 160 cm ist es mein bisher größtes Gemälde und stellt sowohl in seiner physischen Präsenz als auch in seiner Aussagekraft eine Herausforderung dar.

Durch die Verwendung des Triptychon-Formats habe ich den Wandel und die Vielfalt der Mode in den Vordergrund gerückt. Wie die Seitenflügel eines traditionellen Triptychons, die verschiedene Aspekte einer Geschichte oder eines Themas darstellen, bringen die drei Leinwände unterschiedliche Aspekte der Modewelt zum Ausdruck - und doch gehören sie unzertrennlich zusammen, genau wie die unzähligen Fäden, die die vielfältige Welt der Mode zusammenweben.

 

Insgesamt ist "THE ETERNAL CIRCLE OF CHANGE" eine Hommage an die Mode, eine Kritik an ihren Auswüchsen und eine Aufforderung, die Schönheit im Wandel zu sehen und zu akzeptieren, dass das Ende oft nur der Beginn von etwas Neuem ist. Denn wie in der Mode, so ist es auch im Leben: Der Kreislauf geht weiter, unaufhaltsam, immer in Bewegung, ewig im Wandel.

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